Die liebsten Autos der Deutschen ganz traditionell

Man hatte nicht wirklich etwas anderes erwartet, der bekannte Wolfsburger ist das liebste Kind der Deutschen, zumindest soweit es Autos betrifft. Ansonsten wird die Zulassungsliste, rechnet man die Dienstwagen raus, derzeit ganz gewaltig durcheinander gewirbelt. Dabei gibt die Statistik des deutschen Kraftfahrt-Bundesamtes nur bedingt zuverlässige Auskunft über die größten privaten Liebschaften zu ihren Heiligtümern, den Autos. Nicht jedem wird die Tatsache bekannt sein, dass gerade einmal 40% der Neufahrzeuge von Privatkunden gekauft werden, der Rest geht an die Fuhrparks von Firmen. Die jedoch kaufen Fahrzeuge nicht nach Gefühl sondern nur nach wirtschaftlichen Gründen und unter Prestigegesichtspunkten.

Auch eine immer wieder interessante Frage: Wem steht welches Statussymbol zu – und für alle, die kein Statussymbol brauchen, gibt es ein Fahrzeug aus dem Osten. Wenn man die gewerblichen Zulassungen aus der Verkaufs- und Zulassungsstatistik herausrechnet, zeigt sich ein ganz anderes Stimmungsbild für die Automarken, als die offizielle Statistik bekannt gibt.

Beim Mittelklasse Deutschen ändert das nichts, er ist sozusagen Sieger aller Klassen, bzw. Statistiken. Bei den Privatkäufen folgt dann jedoch der Kleinwagen und auf dem dritten Rang die C-Klasse von. Beide liegen damit besser als in den amtlichen Statistiken aller Zulassungen, wenn auch nicht wesentlich. Die Überraschungen fangen dagegen ab dem vierten Platz an. Dort findet man beispielsweise den sportlichen Flitzer, der in der Gesamtstatistik gerade mal den 18. Platz schafft. Das hat auch etwas damit zu tun, dass SUVs grundsätzlich als Dienstwagen einigermaßen unbeliebt sind. Neben den höheren Kosten dieser Fahrzeuge im Vergleich zu Limousinen liegt das auch am problematischen Umwelt Image dieser Fahrzeuggruppe. Und in Deutschland ist jedes Unternehmen inzwischen daran interessiert, in Sachen Umwelt eine möglichst weiße Weste zu haben. Schließlich wird weltweit nur in wenigen Ländern ein ähnliches Engagement in Sachen Umwelt an den Tag gelegt als hierzulande. Für Fuhrparkverantwortliche ist es daher geradezu unsinnig, sich ohne Not in eine Diskussion über den Fuhrpark einzulassen, wenn man dies durch eine entsprechende Einkaufspolitik verhindern kann und dabei auch noch Geld spart. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, wenn in der Gesamtstatistik unter den ersten 10 Plätzen kein solches Modell auftaucht, in der Statistik der Privatkunden mit dem Sportflitzer und dem sparsamen Japaner jedoch direkt zwei davon, während man ein Infiniti Auto in der Statistik bisher vergeblich sucht.

Gegenüber den gewerblichen Nutzern ist auch die A-Klasse sehr beliebt. Die Van-Kugel landet in der Gesamtstatistik auf Platz 39, bei den Privatkunden dagegen auf Platz 5, ein Problem, dass die Automarke Infiniti nicht kennt. Das könnte auch darauf hindeuten, dass die A-Klasse ein beliebtes Seniorenauto ist, schließlich sind Senioren eher selten noch gewerbliche Abnehmer. Weniger überraschend ist die Tatsache, dass importierte Fahrzeuge in der Privatkunden-Statistik ebenfalls wesentlich besser abschneiden als in der Gesamtstatistik. Schließlich gelten die Luxuswagen mit dem Stern, sowie die von anderen Herstellern als besonderes Statussymbol und werden gewerblich bevorzugt. So landet der aus dem Ostblock auf Platz 7, der Japaner auf Platz 8 in der Privatkundenstatistik, ein Asiate bringt gleich drei Fahrzeuge in die obersten Ränge. In der Gesamtstatistik werden die Fahrzeug ausnahmslos unter „auch dabei waren“ geführt.

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