Die unterschiedlichsten Fenster

Betrachtet man die Werdegang des Bauens und der Fenster, entdeckt man eine Vielzahl Zusammenhänge. Uns Menschen war es halt schon immer wichtig, unsere Behausungen hell und freundlich und dadurch anheimelnd zu gestalten.

Auch wenn es absolut nicht so aussieht, das „Fenster“ ist aus sprachwissenschaftlicher Anschauungsweis ein Fremdwort in der deutschen Sprache. In den romanischen Fremdsprachen erkennt man seine Herkunft aus dem lateinischen „fenestra“ noch mehr.

Fenster bestehen normalerweise aus zwei Segmenten: Der Rahmen, der die Ausmaße festlegt und die Flügel, die in den Rahmen eingesetzt werden. Bei den Flügeln kann man genauso nach Bauart unterscheiden: bewegbar oder fix. Damit beim Bau kein Defekt für das Haus entsteht, wird gewöhnlich der Rahmen zu Beginn in die Hauswand eingebaut und fixiert. Erst dann sind die Flügel dran, diese können sowohl aus einem, zwei oder sogar drei Teilen bestehen.

Fenster kann man entweder nach Einbauort oder entsprechend der Öffnungsart unterteilen. Der Einbauort führt beispielsweise zu folgenden Benennungen: Kellerfenster, Eckfenster oder Dachfenster.Schiebefenster, Schwingfenster, Dreh-Fenster, Kipp-Oberlicht-Fenster, Wendefenster findet man beispielsweise bei der Einteilung entsprechend der Öffnungsart. Ergänzend findet man Zubehör wie Innen- und Außensimse, Fensterläden, Jalousien, Verdunkelungsanlagen oder Vorhänge. Alu, Holz und Kunststoff – das sind die drei Baustoffe, die heutzutage bei Fensterherstellern am meisten nachgefragt werden. Der älteste der Baustoffe ist Holz, Holz steht ja als Ausgangsmaterial quasi vor der Haustür zur Verfügung. Angesichts seiner Eigenschaften wird Alu als Material gern für Bürogebäude und Ämter benutzt, auch Glasfassaden werden damit verstärkt. Moderne Fenster werden inzwischen in der Regel aus Kunststoff produziert, die im Inneren mit Aluminium oder Stahl verstärkt sind.

Mit der Architektur verhält es sich entsprechend wie in der Malerei: Fenster sind überhaupt keine Seltenheit und sind ebenfalls schon immer sehr einfallsreich gestaltet worden, egal ob Rahmen oder Flügel. Die ersten Scheiben der Vergangenheit bestanden aus sehr gewöhnlichen Baustoffen wie Felle oder Leinen. Glas war vor allem im Mittelalter außergewöhnlich hochpreisig und wurde dadurch nur für den Bau von Kirchen verwendet. Um die Einwohner von Burgen den Witterungsverhältnissen eher wenig auszusetzen, wurden die Öffnungen hoch und eng gemacht.

Zwischen 1100 und 1500 änderte das enorm: Der Anfang der Gotik brachte eine völlig neuartige Bauart, Fenster zu entwerfen. Sie wurden groß, auffällig und – spitz. Selbst Unbedarfte kennen sie heute unter dem Namen Spitzbogenfenster aus Kirchen und anderen sakralen Bauten.

Betrachtet man Bauten aus den letzten zwanzig bis dreißig Jahren, fällt auf, dass Fenstern immer mehr Platz eingeräumt wird. Fronten aus Glas gelten eben als up to date und chic. Beim Bauen darf man aber absolut nicht außer acht lassen, dass solche Fronten wesentlich mehr Belastungen als normale Mauern ausgesetzt sind. Ein perfektes Beispiel ist das Sony-Center in Berlin, wo die Scheiben zu sogenannten Elementfassaden zusammengesetzt wurden.

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