Ein Hut ist oft ein Markenzeichen

Im Lauf der Zeit hat sich der Hut oft gewandelt. Kälte, Nässe und Sonnenstrahlen sollten mit der Kopfbedeckung abgehalten werden. Darüber hinaus zeigte das Kleidungsstück die Herkunft und die soziale Stellung seines Trägers an. Früher war es undenkbar, dass man ohne Kopfbedeckung auf die Straße ging – heutzutage hat sich das geändert. Bestimmte gesellschaftliche Ereignisse wie das Pferderennen in Ascot sind jedoch noch immer untrennbar mit dem Hut verbunden. Das Rennen zeichnet sich inzwischen dadurch aus, dass seine Besucherinnen mit auffallenden und ungewöhnlichen Hut-Modellen erscheinen. Je interessanter das Modell, desto mehr Aufmerksamkeit.Die Designer haben die Möglichkeit, sich bei der Gestaltung frei zu entfalten. Federn, Schleifen, Figuren und andere Ornamente zieren deshalb die einzelnen Modelle, um in der Masse aufzufallen. Mittlerweile feiert der sogenannte Trilby ein kleines Comeback. Ursprünglich für Männer gestaltet, ist dieser Hut ein kleines Modell mit schmaler Krempe. Unterschiedliche Stars waren und sind dafür verantwortlich, dass der Hut wieder öfter getragen wird. Heutzutage gibt es jedoch auffälligere Modelle als dereinst: Grelle Farben und auffällige Muster bestimmen das Aussehen der Kopfbedeckung. Der Trilby wird sowohl von Männern als auch von Frauen und auch in jedem Alter getragen.

Für ein paar Charaktere aus Film und Fernsehen stellt der Hut ein unersetzliches Accessoire dar. Sherlock Holmes beispielsweise können sich die wenigstens ohne seinen Deerstalker-Hut vorstellen. Der Name des Hutes leitet sich von seinem Verwendungszweck ab: Normalerweise wird diese karierte Modell bei der Jagd am Land getragen. An der Vorderseite hat es zu diesem Zweck einen Sichtschutz. Sir Arthur Conan Doyle erwähnt diesen Hut jedoch mit keinem Wort in seinen Romanen und Geschichten. Aufgrund dessen ist zu vermuten, dass dieses Accessoire Holmes erst zu einem späteren Zeitpunkt „aufgesetzt“ wurde. Eine andere bekannte, allerdings reelle und nicht fiktive Person, die man stets mit Hut in Verbindung bringt, war Abraham Lincoln, der sogar beim Truppenbesuch im Bürgerkrieg Frack und Zylinder trug.

Der Hut taucht auch in zahlreichen Redewendungen der deutschen Sprache auf, deren Ursprung bis ins Mittelalter zurück reicht. Das Wort hat neben der Bezeichnung einer Kopfbedeckung noch eine zusätzliche Bedeutung. Es heißt so viel wie Wache oder Obhut. Wer also auf der Hut ist, ist ein wachsamer und aufmerksamer Mensch. Daher hat die Redewendung nichts mit der Kopfbedeckung zu tun. Seinen Ursprung hat diese Redewendung in der Sprache der Soldaten. Wer zur Wache außerhalb des Lagers eingeteilt war, war damit auf der Hut. Aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammt auch eine weitere bekannte Redewendung der Moderne: „Es geht einem etwas über die Hutschnur“. Als sich in der Stadt Eger die Kreuzbrüder und die Deutschherren darüber strittig waren, wie viel Wasser aus der gemeinsam genutzten Wasserleitung entnommen werden durfte, einigte man sich darauf, dass der Wasserstrahl nicht dicker als die Schnur von einem Hut sein durfte. Hielt man sich nicht an diese Regelung, konnte man dafür verurteilt werden.

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