Harndrang: Männer ab 40 sind häufig betroffen

Viele Männer bemerken, dass sie mit zunehmendem Alter häufiger auf die Toilette müssen. Bereits ab 40 Jahren ist stärkerer und häufigerer Harndrang keine Seltenheit mehr und von den Männern über 80 Jahren sind sogar 80% von diesem unangenehmen Problem betroffen. Die vielfältigen Ursachen, die der verstärkte Blasendruck haben kann, werden im Folgenden erläutert.

Prostatavergrößerung

Blasenprobleme bei Männern entstehen häufig durch die Vergrößerung der Prostata. Die Prostata ist ein kleines Drüsenorgan, das die Harnröhre umschließt. Mit zunehmendem Alter wächst sie und übt Druck auf die Harnröhre aus. Dadurch dauert es länger und erfordert mehr Druck, die Blase zu entleeren. Bei schweren Fällen kann eine vollständige Entleerung der Blase sogar nicht mehr möglich sein. Ob eine vergrößerte Prostata der Grund für den stärkeren Harndrang ist, kann nur ein Arzt mit Sicherheit feststellen. Gegenmaßnahmen sind zunächst eine medikamentöse Behandlung, um die Prostatavergrößerung zu verlangsamen. Sollten Medikamente nicht ausreichen, muss die Prostata unter Umständen operativ verkleinert oder komplette entfernt werden.

Überaktive Blase

Eine weitere Ursache für stärkeren Harndrang ist die sogenannte „überaktive Blase“, d.h. dass ein plötzlicher und starker Drang zu Urinieren empfunden wird, obwohl die Blase nicht vollständig gefüllt ist.  Die Bezeichnung „überaktive Blase“ ist ein Sammelbegriff für Blasenleiden, bei denen die Ursache nicht vollständig bekannt ist. Möglicherweise kann es sich um einen stressbedingten Zustand handeln, die überaktive Blase kann aber auch körperlich bedingt sein. Die Behandlung erfolgt hierbei oft verhaltenstherapeutisch, zum Beispiel durch ein Blasentraining. Hierbei wird zunächst ein Miktionstagebuch erstellt, bei dem alle Fälle von Harndrang und alle Toilettengänge protokolliert werden. Im nächsten Schritt wird versucht, den Zeitraum zwischen zwei Toilettengängen nach und nach zu verlängern.

Unbedingt zum Arzt gehen

Um genau feststellen zu können welche Ursachen dem Harndrang zugrunde liegen ist  eine  ärztliche Untersuchung und Behandlung unbedingt notwendig. Geschieht dies nicht, kann es – abgesehen von unangenehmen „Vorfällen“ – zu einem Urinstau kommen, da die Blase nicht mehr vollständig entleert werden kann. Die Folge können Infektionskrankheiten sein, die nicht nur die Blase, sondern auch die Nieren angreifen können. Ein Arzt kann darüber hinaus weitere, schwerwiegendere Ursachen für akuten Harndrang (z.B. Diabetes, Prostatitis oder Nierenversagen) ausschließen.

Hausmittel zur Stärkung der Blase

Wer seiner Blase zusätzlich zur ärztlichen Behandlung etwas Gutes tun möchte, kann auf einige bewährte Hausmittel zurückgreifen. Kürbiskerne und Sägepalmenfrüchte enthalten Stoffe, die helfen, die Blasenfunktion zu regulieren. Darüber hinaus hilft körperliche Aktivität, den Beckenboden zu kräftigen und so die Blasenfunktion und letztendlich auch den Harndrang besser zu kontrollieren.

Weiteres Aufklärungsmaterial zu den Ursachen des männlichen Harndrangs finden Sie auch im Video “ Harndrang im Griff?“und auf der Webseite der Inkontinenzhilfe.

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